Foto: Gedenkmauer im KZ Dachau U.S. Air Force / Senior Airman Briana Jones

Antisemit*innen als Verbündete im Kampf gegen Rechts?

Wir sind empört, dass auf der Kundgebung „Wir geben klare Kante“ der »Jugend für Demokratie« am 07.02.2025 der antisemitischen Gruppe »Students for Palestine« eine Plattform geboten wurde.

Die Gruppe vereinnahmt gezielt linke Räume für antisemitische, misogyne und menschenverachtende Hetze, leugnet die sexualisierte Gewalt und propagiert einen völkischen Nationalismus, Geschichtsrevisionismus und Terrorverherrlichung.

An ihrem Stand verbreitete die Gruppe mehrere antisemitische Flyer, in denen dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen wird. In einem Redebeitrag auf der Bühne dämonisierte ein Mitglied der Gruppe den jüdischen Staat mit antisemitischen Völkermord- und Apartheidsvorwürfen1. Mindestens zwei der am Pavillon von »Students for Palestine« ausgelegten Flyer sprachen dem Staat Israel die Existenzberechtigung ab.

Palästina werde »seit ca. 100 Jahren kolonialisiert« und der jüdische Staat sei sei ein illegitimes, auf »rassistischer Ideologie« gründendes »siedlerkoloniales Projekt«, dem es um die »Vernichtung der Bevölkerung« gehe und diese somit zum Widerstand berechtige.2

Foto: Auf der Kundgebung verteilter, antisemitischer Flyer

Den Überfall der Hamas auf Israel feierten »Students for Palestine« zum Jahrestag in einem Statement als »heldenhaften Widerstand«3. Bei dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 handelt es sich um den größten Massenmord an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust.

Bei dem Angriff überfielen die Todesschwadronen der Terrororganisation Hamas gemeinsam mit einem palästinensischen Mob zahlreiche israelische Dörfer und ein Psytrance-Festival. Die Täter massakrierten, verstümmelten, quälten, vergewaltigten, enthaupteten und verbrannten systematisch mehr als 1.100 Jüdinnen und Juden4. Auf der Suche nach Juden gingen die Täter systematisch von Haus zu Haus und ermordeten ganze Familien5, Menschen wurden in ihren Häusern teils lebendig verbrannt und erstickt. Noch im Blutrausch berichtete einer der Mörder stolz nach Gaza: »Mutter, ich habe zehn Juden getötet!«

Wer Antisemit*innen als Verbündete im Kampf gegen Rechts ansieht, der pervertiert die den Überlebenden des KZ Buchenwald entlehnte Mahnung »Nie wieder ist Jetzt!«6 zu einer zynischen Worthülse.

Klare Kante für Demokratie muss die Solidarität mit Jüdinnen und Juden und eine klare Abgrenzung gegen jeden Antisemitismus einschließen. Wer antisemitischen Massenmord glorifiziert und jüdische Opfer verachtet, der kann kein Partner im Kampf gegen Rechtsextremismus sein!

  1. https://jungle.world/artikel/2023/49/vorwurf-des-genozids-gegen-israel-projektive-umkehrung ↩︎
  2. https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/326790/israelbezogener-antisemitismus ↩︎
  3. https://www.instagram.com/studentsforpalestine_fu/p/DA0rLyas8qI ↩︎
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Terrorangriff_der_Hamas_auf_Israel_2023 ↩︎
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Kfar_Aza ↩︎
  6. https://en.wikipedia.org/wiki/Never_again ↩︎